In den letzten Jahren hat die Gefahr durch Terrorismus, Separatismus und Fundamentalismus in Mittelasien zugenommen. Im Westen grenzt China an mittelasiatische Länder, daher ist die Stabilität solcher Staaten für Chinas eigene Sicherheit von großer Bedeutung. Dieser Meinung ist Prof. Jin Canrong, Vizedirektor des Instituts für internationale Beziehungen an der chinesischen Renmin-Universität. Er sagt, angesichts der Bedrohung durch Terrorismus, Separatismus und Fundamentalismus müssten die regionalen Länder mehr auf internationale Kooperation setzen.
"Um die Wahrheit zu sagen: Diese Länder sind technisch und wirtschaftlich nicht sehr weit entwickelt. Sie können die aktuelle Bedrohungslage nicht alleine bewältigen. Daher ist internationale Kooperation für sie von großer Bedeutung."
Um die Verteidigungsfähigkeit SCO-Staaten zu erhöhen, hat die Organisation bereits mehrere bi- und multilaterale Anti-Terror-Manöver durchgeführt.
Im August 2003 haben China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan das erste Manöver dieser Art durchgeführt. Bis jetzt wurden insgesamt sechs Anti-Terror-Manöver absolviert.
In den letzten Jahren werden die Bemühungen der SCO von der internationalen Gemeinschaft mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Kritiker sind dem Manöver gegenüber skeptisch eingestellt. Dem entgegnet der Berater der chinesischen Studiengesellschaft für internationale Strategie, Wang Haiyun:
"Die Charta der SCO enthält klare Richtlinien. Dazu zählen Blockfreiheit, kein Konfrontationskurs und keine Aggression gegen eine dritte Seite. Daher zielen die gemeinsamen Anti-Terror-Manöver in erster Linie auf die Wahrung der regionalen Stabilität und die Abwehr von Terrorangriffen ab."

