China Xinjiang

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  • Xinjiang ist seit alters ein von mehreren Nationalitäten bevölkertes Gebiet
    2009-11-24    Quelle:german.china.org    Autor:

    Im Altertum lebten viele Stämme und Nationalitäten in Xinjiang. Erst in der Han-Dynastie (206 v. Chr.–220 n. Chr.) gab es klare Aufzeichnungen über die nationalen Zugehörigkeiten der Bewohner Xinjiangs. Damals lebten in Xinjiang hauptsächlich Sai (Sak), Rouzhi (Tohri), Usun, Qiang, Xiongnu (Hunnen) und Han.

    Die Sai führten ursprünglich zwischen den Einzugsgebieten des Ili- und des Chuhe-Flusses im Osten und dem Sir-Fluss im Westen ein Nomadenleben. Verdrängt von den Rouzhi, zogen sie weiter nach Westen. Ein Teil von ihnen zog sich bis zum Nordufer des Sir-Flusses zurück, während die übrigen südwärts bis nach Pamir wanderten und zerstreut an verschiedenen Orten lebten. In der Periode der Streitenden Reiche (475–221 v. Chr.) lebten die Rouzhi in einem weiten Gebiet zwischen dem Hexi-Korridor und dem Tarim-Becken. In der Qin- (221–206 v. Chr.) und der Han-Dynastie waren sie die dominierende Nationalität. Um das Jahr 176 v. Chr. wurden sie von den Hunnen angegriffen und gezwungen, ins Einzugsgebiet des Ili-Flusses auszuweichen, wo sie die dortigen Sai vertrieben und sich niederließen. Die Usun lebten ursprünglich im Hexi-Korridor. In der späten Qin-Dynastie und der frühen Han-Dynastie wurden sie von den Rouzhi angegriffen und schlossen sich dann den Hunnen an. Später griffen sie mit Unterstützung der Hunnen die Rouzhi an und verjagten diese aus dem Einzugsgebiet des Ili-Flusses. Die Qiang lebten ursprünglich in einem Gebiet am Mittel- und Oberlauf des Gelben Flusses. In der Frühlings- und Herbstperiode (770–476 v. Chr.) und während der Zeit der Strei tenden Reiche wanderte ein Teil von ihnen durch den Hexi-Korridor entlang der Qilian- und der Kunlun-Bergzüge nach Westen und hinterließen so in Xinjiang ihre Spuren. Die Hunnen traten hauptsächlich um das Jahr 176 v. Chr. in Xinjiang in Erscheinung. Die Han waren eine der Natio nalitäten, die ziemlich früh ins Gebiet Xinjiang kamen. Im Jahr 101 v. Chr. begann die Han-Dynastie, Truppen in Bügür (Luntai), Lopnur (Quli) und anderen Orten zur Bodenerschließung und -bestellung zu stationieren. Später wurden überall in Xinjiang Truppen stationiert, und zwar dort, wo die Han sich nach ihrer Ankunft in Xinjiang niedergelassen und angesiedelt hatten. Nach der Einrichtung der Kommandantur für die Westlichen Regionen* im Jahr 60 v. Chr. waren die Han-Chinesen vor Ort entweder Beamte, Armeeangehörige oder Kaufleute, und der Strom der Han, die nach Xinjiang kamen, riss nicht ab.

    Die Periode der Wei- und der Jin-Dynastie sowie der Südlichen und Nördlichen Dynastien (220–589) war eine Periode der großen Vermischung der Nationalitäten Chinas, die durch Völkerwanderungen und regen Austausch gekennzeichnet war. In dieser Periode kamen noch viele weitere Nationalitäten wie die Jorjan (Rouran), Gaoche, Yeda und Tuyuhun nach Xinjiang. Die Jorjan waren Nachkömmlinge der Donghu, einer alten Nationalität der nördlichen Steppen. Anfang des 5. Jahrhunderts war ihre Präsenz in der Mongolischen Steppe nicht mehr zu übersehen. Im Jahr 402 errichteten sie ein starkes Regime und rangen mit der Nördlichen Wei-Dynastie (386–534) um die West lichen Regionen. Die Gaoche, auch Chile oder Teli genannt, führten ursprünglich am Baikalsee und in den Einzugsgebie ten des Orchon- und des Tuul-Flusses ein Nomadendasein. Im Jahr 487 führten Avochilo, Häuptling des Stammes Puwurgur von Gaoche, und sein Bruder Qunqi über 100 000 Familien, die ihnen unterstanden, nach Westen und gründeten im Nordwesten der alten Stadt Jiaohe von heute bei Turpan den Staat Gaoche. Die Yeda stammten aus Saibei (im Altertum: die Gebiete nördlich der Großen Mauer). Ende des 5. Jahrhunderts wanderten sie ostwärts ins Tarim-Becken, griffen die Rouzhi im Süden an, errichteten ein Regime und überquerten das Pamir-Plateau, wodurch sie eine Zeit lang einige Gebiete in Süd-Xinjiang unter ihre Kontrolle brachten. Die Tuyuhun stammten von den Xianbei, einer alten Nationalität Chinas, ab. Anfang des 4. Jahrhunderts wanderten sie von Liaodong (die Gebiete östlich des Liaohe-Flusses) nach Westen, brachten allmählich die Di, eine alte Nationalität Chinas, die Qiang und andere Nationalitäten in Süd-Gansu, Sichuan und Qinghai unter ihre Herrschaft und errichteten ein Regime.