China Xinjiang

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  • Zweisprachige Schulbildung in Xinjiang
    2013-09-02    Quelle:CRI    Autor:

    Im Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten Chinas leben Angehörige verschiedenster Nationalitäten wie Uiguren, Kasachen, Mongolen oder Xibo. Seit einigen Jahren bieten die Schulen in Xinjiang eine zweisprachige Ausbildung an. Näheres dazu erfahren Sie in den folgenden Minuten.

    In einer Schule im Autonomen Bezirk Ili unterrichtete die Lehrerin gerade auf Chinesisch und Kasachisch. Die Schule in der Nähe der kasachischen Grenze zählt 1.200 Grund- und Mittelschüler. Über die Hälfte der Kinder gehören der kasachischen Nationalität an. 20 Prozent der Schüler sind Xibo. Hinzu kommen Angehörige der Han-Nationalität, der Hui und der Uiguren. Die Schüler dürfen wählen, ob sie zusätzlich zum Unterricht in ihrer Muttersprache auch noch auf Chinesisch unterrichtet werden wollen.

    Der Xibo-Junge Guan Ronghua lernt seit seinem ersten Schuljahr fleißig Chinesisch. Nach acht Jahren spricht er schon fließend Chinesisch:

    „Journalist: Benutzt Du jetzt oft Chinesisch?

    Guan: Zu Hause spreche ich mit meinen Eltern manchmal die Xibo-Sprache, manchmal auch Chinesisch. In der Schule spreche ich Chinesisch. Manchmal bringe ich meinen Schulkollegen aus anderen Nationalitäten auch die Xibo-Sprache bei.

    Journalist: Was möchtest Du später werden?

    Guan: Ich möchte Arzt werden und den anderen helfen."

    Dank des Chinesischunterrichts könne er sich nun problemlos mit Mitschülern unterhalten, die eine andere Muttersprache sprechen als er, sagt Xibo-Junge Guan Ronghua. Das Erlernen der chinesischen Sprache sei die Grundlage für die weitere Ausbildung. Um ihren Kindern gute Zukunftsperspektiven zu bieten, schicken immer mehr Eltern von nationalen Minderheiten ihre Kinder auf die zweisprachige Schule im Autonomen Bezirk Ili.

    Um den hohen Erwartungen der Eltern gerecht zu werden, habe ihre Schule viel Geld in die Ausbildung ihrer Lehrkräfte investiert und den Unterrichtsinhalt entsprechend umgestaltet, sagt Schulleiterin Liu Zhihua:

    „Der Staat bietet uns große Unterstützung an. So ist beispielsweise die Chinesischausbildung für Lehrer, die nationalen Minderheiten angehören, gratis. Fast 30 unserer Lehrer haben eine solche Ausbildung erhalten. Sowohl für den Unterricht in Chinesisch als auch für den Unterricht in den Sprachen der nationalen Minderheiten stehen uns spezielle Lehrbücher zur Verfügung."

    Schulen wie die zweisprachige Schule im Autonomen Bezirk Ili gibt es in Xinjiang mittlerweile schon viele. Noch in den 1980er und 1990er Jahren gab es ein solches Bildungsmodell lediglich an vereinzelten Mittelschulen. Heutzutage erhalten in Xinjiang 860.000 Kinder, das sind fast 40 Prozent der Kinder von nationalen Minderheiten, zweisprachigen Schulunterricht.

    Mikreyi Abudhu Kadir ist die Vorsteherin der Gemeinde Bayandai in der Stadt Yining. Die heute 36-jährige Uigurin begann im dritten Schuljahr Chinesisch zu lernen. Ihr Lerneifer war nicht umsonst – vor allem zu Beginn ihrer beruflichen Karriere profitierte sie von ihren Chinesischkenntnissen:

    „Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich mit der Erforschung von Gewächshäusern befasst. Bauern der Han-Nationalität haben mir damals vieles beigebracht. Unsere Kommunikationssprache war Chinesisch. Die Techniken, die ich von ihnen gelernt habe, habe ich anschließend an die Bauern der nationalen Minderheiten weitergegeben."

    70 Prozent der Einwohner der Gemeinde Bayandai sind Uiguren, Hui oder Kasachen. Alle Haushalte können nun Fernsehprogramme auf Chinesisch und Uigurisch empfangen. Auch zweisprachige Zeitungen und Zeitschriften gibt es mittlerweile. Sogar die Formulare der Gemeindeverwaltung sind heutzutage zweisprachig geschrieben. Auch Zuhause bei Gemeindevorsteherin Mikreyi Abudhu Kadir wird Chinesisch und Uigurisch gesprochen:

    „Meine zwei Kinder besuchen eine Chinesisch-Schule. Ihr Chinesisch ist besser als meins. Zu Hause sprechen wir mehr Uigurisch. Aber ich rede mit meinen Kindern auch gerne auf Chinesisch."

    In Xinjiang soll die Zweisprachigkeit nun auch in der Vorschule Einzug halten. Bis 2012 soll in 80 Prozent aller Kindergärten Chinesisch unterrichtet werden. Hierzu werden in den nächsten Jahren weitere 16.000 Lehrer ausgebildet.

    In einem neuen Kindergarten in Yining, dem Hauptort des Bezirks Ili, gehört der Chinesischunterricht bereits zum Alltag. Die drei- bis fünfjährigen Kinder trugen unserem Reporter ein Kinderlied auf Chinesisch vor: