China Xinjiang

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  • Aijieke – Ein Instrument der uigurischen Daolang-Leute in Xiahe
    2014-04-24    Quelle:CRI    Autor:

    Die Daolang-Kultur entstammt dem Flussgebiet des Yarkant. Die Familie Maimaiti lebt bereits seit vier Generationen in Xiahe. Der 80-jährige Wusiman Maimaiti besitzt eine 200 Jahre alte Aijieke, ein Instrument der Daolang-Musikkunst. Zu seinem glänzenden schwarzen Musikinstrument zeigt er innige Liebe:

    "Die Aijieke ist ein unentbehrliches Streichinstrument in einer Daolang-Musikgruppe, die sich der Musik des Mugham-Stils widmet. Es ist besonders populär im Daolang-Gebiet im Süden von Xinjiang. Deshalb wird es normalerweise Daolang-Aijieke genannt. Bei der Musik des Daolang-Mughams gibt es vier einzigartige Musikinstrumente: die Kalong-Geige, das Zupfinstrument Daolang-Rawap, das Streichinstrument Daolang-Aijieke und die Daolang-Handtrommel. Die Musikinstrumente wurden von Generation zu Generation überliefert. Jedes Mal wenn ich sie sehe, höre ich ihre Lieder in meinem Herzen."

    Die Aijieke stammt aus dem alten Perserreich. Über die Seidenstraße wurde sie nach China eingeführt. Im Daolang-Gebiet wurde sie im neunten Jahrhundert populär. Im Laufe der Zeit hat sich das Instrument ständig entwickelt, von nur einer Saite am Anfang bis zu den heutigen vier Saiten.

    Die Aijieke von Wusiman Maimaiti ist ein besonderes Exemplar. Sie wurde von Hand hergestellt und besitzt detaillierte Schnitzereien. Seine Aijieke machte Wusiman Maimaiti in dem Ort bekannt. Bei jeder musikalischen Versammlung wird er von den anderen Daolang-Künstlern eingeladen. Er ist sehr glücklich, wenn er die mehr als 50 Versammlungslieder aus Daolang singt, die von seinem Großvater und Vater überliefert wurden. Wenn die Musik beginnt und die Leute mit der Melodie singen und tanzen, beginnt Wusiman Maimaiti damit, eine Legende zu erzählen: "Es war in einem Frühling vor langer Zeit. Mein Großvater Kelimuhangtu folgte dem gerade geschmolzenen Yarkant-Fluss nach Xiahe. Ihm fiel eine Walnuss aus der Tasche und in den Fluss. Es bildeten sich Wurzeln und aus der Walnuss wurde ein Baum. Meine Großmutter hatte neun Kinder und mein Großvater hat auf dem fruchtbaren Boden Melonen, Obst und Mais angebaut. Die Familie lebte glücklich zusammen.

    Als die Kinder aufgewachsen waren, trug auch der Walnussbaum viele Früchte. Tudibayi, ein reicher Mann aus der Gegend, begann aus Eifersucht eine Fehde mit meiner Familie. In einem eiskalten Winter wurden meine Großeltern mit grundlosen Anklagen festgenommen. Sie sind nie mehr nach Xiahe zurückgekehrt. Mein Vater, mein Onkel und meine Tante wurden zu Tudibayis Leibeigenen.

    Eines Nachts hat mein Vater Kelimu Maimaiti davon geträumt, dass meine Großmutter in einen Walnussbaum verwandelt wurde. Sie sagte, ‚Mach aus meinem Körper ein Musikinstrument. Die Melodie kann das Gewissen der Leute stärken, damit sie in einer Welt voller Liebe harmonisch miteinander auskommen können.

    Als mein Vater aufwachte, fällte er den Walnussbaum im Hof und baute aus ihm eine Aijieke. Tudibayi wurde von den Leuten verachtet und musste wegziehen. Seitdem kann meine Familie wieder glücklich leben."

    Die rührende Geschichte hat sich in Xiahe weit verbreitet. Wie Wusiman Maimaiti sagt, ist er die dritte Generation, die die Aijieke erhält. Während seine Frau, die 70-jährige Nuershahan Aximu, das Instrument sorgfältig reinigt, erzählt sie von ihrem Leben in Xiahe: "Ich lebe seit 44 Jahren mit meinem Mann zusammen. Der Klang des Instruments begleitet mich ständig. Mein Mann spielt immer gerne auf seiner Aijieke, egal ob etwas Gutes oder Schlechtes passiert ist. Die Familie sitzt dabei zusammen und gewinnt dadurch an Weisheit und Kraft. Inzwischen sind wir alt. Jedes Mal wenn ich sehe, dass die ganze Familie zusammen sitzt, bin ich daher besonders glücklich."

     

    Früher wurde mit dem Ortsnamen Xiahe Armut und Rückständigkeit verbunden. Die Daolang-Leute lebten fast isoliert von der Außenwelt. Seit der Reform und Öffnung hat sich das Leben der Bewohner jedoch verbessert. 2010 hat Xiahe Hilfe seiner Partnerstadt Dongguan in der südchinesischen Provinz Guangdong erhalten. Seitdem hat der Ort noch stärkere Veränderungen erlebt. Im Dorf Huyangxincun haben die Leute ihre kleinen alten Häuser bereits verlassen und sind in warme Häuser mit Innenhof gezogen. Durch die schöne Umgebung spüren die Menschen verschiedener Nationalitäten hier den positiven Effekt für die Region durch die Politik der zentralen Regierung.

    Auch das neue Haus von Wusiman Maimaiti ist groß und hell. Die ganze Familie lebt hier glücklich zusammen. Von einem solchen Leben konnte er vor zwei Jahren nicht einmal träumen. Er sagt, die Familie verfüge jetzt über 53.000 Quadratmeter Ackerland mit Baumwollpflanzen. Außerdem hätten sie mehr als 40 Schafe. Das jährliche Einkommen könne 80.000 bis 90.000 Yuan RMB (ungefähr 9.400 bis 10.600 Euro) betragen. Als von der lokalen Regierung anerkannter Überlieferer des immateriellen Kultuererbes hat Wusiman Maimaiti monatlich zusätzlich ein Festgehalt von 400 Yuan RMB (ungefähr 47 Euro).

    Die 16-jährige Hangnakesi, die Enkelin von Wusiman Maimaiti, ist zugleich seine jüngste Schülerin. Sie sagt: "Ich bin mit der Geschichte meiner Urgroßeltern und der Aijieke aufgewachsen. Mein Vater und Onkel lernen ständig das Singen von Daolang-Mugham und das Spielen der Aijieke von Großvater. Sie werden auch manchmal zu Vorführungen eingeladen. Ich liebe die Daolang-Mugham-Lieder und mag die Aijieke. Ich werde Großvaters Instrument schützen und durch fleißiges Lernen auch eine Daolang-Künstlerin. Mein Großvater wird sich darüber freuen."

    Inzwischen setzen sich immer mehr junge Leute für den Schutz und Erhalt der Daolang-Musikinstrumente und -musik ein. Damit wird der traditionelle Kulturschatz der Uiguren auch in Zukunft von Generation zu Generation weiter überliefert.