China Xinjiang
Startseite > Gesellschaft und Leben > Anti-Terror
Xinjiang weiterhin von Terrorismus bedroht
2010-09-14        Quelle:  CRI        Autor:  

Die Gewalt im nordwestchinesischen Xinjiang reißt nicht ab: Mit dem Anschlag von Aksu endete eine einjährige Pause der Gewalt – es handelte sich um den ersten Anschlag nach den tödlichen Unruhen in Urumqi vom 5. Juli 2009. Und es waren rund zwei Jahre nach den Bombenanschlägen in Xinjiang, die um die Zeit der Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing 2008 passierten.

Cao Xia, Besitzerin einer Reinigung, hört ziemlich oft über Gewalt in ihrer Stadt Aksu, einem abgelegenen Ort im nordwestchinesischen autonomen Gebiet Xinjiang der Uiguren, in dem sie seit 23 Jahren lebt. Doch Angst überkam sie aufs Neue, als sie von dem kürzlichen Bombenanschlag nahe der Schule ihrer Tochter hörte.

Am 19. August fuhren in einem Vorort von Aksu drei Attentäter mit einem Elektro-Rad in eine Menschenmenge und ließen Sprengstoff explodieren. Bei dem Anschlag wurden acht Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um drei Beamte, drei Zivilisten und zwei Attentäter. Die Polizei kategorisierte den Anschlag nicht als Selbstmordattentat, aber erklärte, zwei der Täter seien bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

"Das war brutal", so Cao, die mit ihrem Ehemann aus der zentralchinesischen Provinz Henan hierher gezogen war, als sie Anfang 20 war. "Nach all den Jahren dachte ich, dass ich mich sozusagen an die Gewalt gewöhnt hätte. Aber mittlerweile habe ich wirklich Angst zu sterben, wenn ich auf die Straße gehe."

Mit dem Anschlag von Aksu endete eine einjährige Pause der Gewalt – es handelte sich um den ersten Anschlag nach den tödlichen Unruhen in Urumqi vom 5. Juli 2009. Und es waren rund zwei Jahre nach den Bombenanschlägen in Xinjiang, die um die Zeit der Eröffnung der Olympischen Spiele in Beijing 2008 passierten. Die Behörden machten Separatisten, Extremisten und Terroristen für die Anschläge verantwortlich.

Das Gebiet Xinjiang, in dem 41,5 Prozent der Bevölkerung Uiguren sind, die ethnische Gruppe der muslimischen Chinesen – ist Chinas Frontlinie gegen den Terrorismus. Die Region grenzt an acht zentral- und westasiatische Länder an, von denen viele von terroristischen und extremistischen militanten Gruppen attackiert worden sind.

Trotz vieler Jahre des Kampfes gegen den Terrorismus bestehe, wie Experten und Lokalbeamten sagen, die Bedrohung, insbesondere durch "ost-turkestanischen" Extremisten, weiterhin. "Die 'Ost-Turkestan'-Gruppen geben niemals ihr Vorhaben auf, China zu sabotieren", so Yang Shu, ein führender chinesischer Anti-Terrorismus-Experte an der Universität Lanzhou. "China steht immer noch vor großen Herausforderungen beim Kampf gegen den Terrorismus."

Mit dem Ziel, Xinjiang von China abzuspalten, seien die "Ost-Turkestan"-Gruppen in den 1930er und 1940er Jahren aufgetaucht und insbesondere in den 1990er Jahren gewalttätig geworden, erklärt Pan Zhiping, Forscher am Institut für Studien Zentralasiens unter der Xinjianger Akademie für Sozialwissenschaften. Laut Pan ist unter den "Ost-Turkestan"-Gruppen die gewalttätigste und gefährlichste die Ost-Turkestanische Islamische Bewegung (ETIM) – eine terroristische Organisation, die irgendwo an der afghanisch-pakistanischen Grenze ihren Sitz hat. Die Vereinten Nationen und die chinesische Regierung bezeichnen sie als eine internationale terroristische Organisation.

Laut der chinesischen Polizei wird die Gruppe heute von Memetiming Memeti, 39, angeführt, nachdem ihr vorheriger Anführer, Hasan Mahsum, 2003 von US-geführten Koalitionskräften getötet worden war. Al Qaida hat Gelder und Training für die Gruppe bereitgestellt.

Die ETIM trainiere ihre Mitglieder traditionell für Selbstmordbombenanschläge, bevor sie sie nach Xinjiang schicke, so Experten. Doch heutzutage nutzten mehr das Internet, um die Grenzen zu durchdringen und Techniken für die Bombenherstellung zu verbreiten.

Zhang Xiuming, ein pensionierter hoher Beamter von Xinjiang, meint, Dutzende von terroristischen Organisationen und bewaffneten Gruppen säßen im halbmondförmigen Gürtel westlich von Xinjiang – nämlich in Teilen von Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan – und machten die Region zu einem Nährboden für den Terrorismus. Zhang, der für die Aufsicht von Recht und Ordnung beim Xinjianger Komitee der Kommunistischen Partei Chinas zuständig war, erklärte, in einem vor kurzem veröffentlichten Buch würden die "Ost-Turkestan"-Gruppen für mindestens 200 Angriffe zwischen 1990 und 2007 in Xinjiang verantwortlich gemacht. Die Xinjianger Polizei habe zwischen 2003 und 2007 insgesamt 117 Terroristen oder gewalttätige Ringe aufgedeckt, und damit verhindert, dass die terroristischen Gruppen in Xinjiang Fuß fassen.

China nimmt außerdem aktiv an Anti-Terror-Übungen unter den Rahmenbedingungen der Shanghaier Kooperationsorganisation (SCO) teil, zu der Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan gehören. Die neueste Übung fand am Donnerstag in Almaty in Südkasachstan statt, wobei 5.000 Truppen teilnahmen. Es war die siebte gemeinsame Anti-Terror-Übung, die seit 2002 von SCO-Mitgliedern abgehalten wurde. Chen Bingde, Chef des Generalstabs der Chinesischen Volksbefreiungsarmee, erklärte, das Ziel der Übung sei es, die Bereitschaft der SCO-Mitglieder zu demonstrieren, gegen die Separatisten, Extremisten und Terroristen zu kämpfen, um die Stabilität in der Region zu wahren.

In Urumqi bleiben die Spannungen über ein Jahr nach den Unruhen vom 5. Juli 2009 bestehen, bei denen 197 Menschen getötet und 1600 weitere verletzt wurden. Die Behörden benannten die Uigurin Rebiya Kadeer, Präsidentin des in Deutschland registrierten Weltkongresses der Uiguren (WUC), als Haupttäterin für die Anzettelung der Unruhen. Der WUC wurde 2003 in Beijing als terroristische Organisation gelistet.

Infolge der Unruhen haben sich viele Bewohner von Urumqi Privatautos angeschafft, um die öffentlichen Verkehrsmittel zu umgehen. Staus sind seitdem häufiger, und insbesondere die Straßen vor den Schulen sind nach Schulschluss überfüllt, wenn besorgte Eltern in ihrem Auto warten, um ihre Kinder abzuholen.

Der Einfluss auf den Handel ist ebenfalls deutlich, wodurch die Affekte des globalen Wirtschaftsabschwungs noch verstärkt werden. Yang Kaixin, Direktor für Grenzhandel unter dem Xinjianger regionalen Handelsamt, erklärte, das Einkommen aus dem Außenhandel habe sich in den ersten sieben Monaten dieses Jahres auf insgesamt 7,56 Milliarden US-Dollar belaufen, und damit um 12,6 Prozent mehr als im Vorjahr, liege aber immer noch weit unter den Zahlen von 2008. "Der Handel erholt sich, aber hat noch nicht unser Ziel erreicht", so Yang.

Grenzhändler spüren den Druck. Bei Bianmao, einem Markt nahe der Universität Xinjiang im Süden von Urumqi, gehen die Geschäfte runter. "Große Klienten ziehen es mittlerweile vor, direkt zu den Anbietern in die Binnenland-Provinzen zu gehen. Nur noch kleine Klienten kommen zu uns", erzählt Händler Yang, der einen Elektro-Shop betreibt.

Die chinesische Zentralregierung hat dieses Jahr hohe Beträge an Hilfsgeldern angekündigt, um die Entwicklung in Xinjiang anzukurbeln. Die Regierung hat das Ziel, über die kommenden zehn Jahre die Kluft zwischen Xinjiang und anderen Binnenlandsregionen so gut wie möglich zu verringern. Konkret bedeutet dies, dass Xinjiangs jährliches Wachstum über die kommenden fünf Jahre 10,5 Prozent pro Jahr erreichen muss. Doch das Wachstumsziel mag unerreicht bleiben, wenn die Stabilität weiterhin problematisch ist.

Kooperation    |    Über uns    |    Kontakt mit uns
Intercontinental Pan-Chinese Network Information Co., Ltd, Alle Rechte vorbehalten.