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Der kasachische Sprechgesang "Dastan"
2009-12-17        Quelle:  CRI        Autor:  

In der Region Altay, die sich im Norden des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang befindet, ist der Sprechgesang "Dastan" unter den kasachischen Einheimischen sehr populär. Dastan ist eine Literaturform, die mündlich von verschiedenen Generationen der Angehörigen der kasachischen Nationalität weitergegeben wird. In den folgenden Minuten stellen wir Ihnen einen Nachfolger dieses chinesischen immateriellen Kulturerbes vor: Kazim Alman.

Die Angehörigen der kasachischen Nationalität wohnen hauptsächlich im Norden des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang. In früherer Zeit führten sie ein Nomadenleben. Dastan gehört zu den wichtigsten Kulturformen der kasachischen Einwohner der Steppe. Unter "Dastan" versteht man eigentlich eine lange Rhapsodie. Es entstand in der Zeit vom 9. bis 10. Jahrhundert. Die Inhalte beziehen sich hauptsächlich auf Heldengeschichten der kasachischen Nationalität. Bei Vorführungen von "Dastan" wird der Sänger von dem Zupfinstrument Tambura begleitet. Manchmal kann ein "Dastan"-Lied einen ganzen Tag und noch bis zum nächsten Morgen gesungen werden.


Der 77-jährige Kazim Alman wird als "wandelnde Schallplatte" des "Dastan"-Gesangs bezeichnet.

Der 77-jährige Kazim Alman lebt in der Kreisstadt Fuhai in der Region Altay des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang. 1943 lernte der damals 11-jährige Kazim zum ersten Mal diese Kunstform kennen. Auf einem lärmenden Markt wurde der kleine Kazim von dem "Dastan"-Gesang völlig fasziniert.

Kazim hat ein sehr gutes Gedächtnis. Ganz auswendig kann er ein Dastan-Stück von ungefähr 10.000 Schriftzeichen Länge vollständig singen. Daher wird er von den einheimischen Einwohnern als "wandelnde Schallplatte" bezeichnet. In Xinjiang gibt es die meisten Sänger, die Dastan singen können. Von den bis heute gut erhaltenen mehr als 200 Dastan-Stücken kann Kazim 104 singen. Man braucht ungefähr einen Monat, um die 104 Lieder vollständig zu singen.

Direkt beim ersten Kontakt mit Dastan verliebte sich Kazim in diese Kunstform. Er suchte an verschiedenen Orten bekannte Sänger und lernte von ihnen die Lieder. Nach Meinung von Kazim sind die Lieder der Ausdruck der Kultur der kasachischen Nationalität seit 2.000 Jahren.

"Im Dastan werden die kasachische Kultur, die kasachische Geschichte und die kasachische Gegenwart zum Ausdruck gebracht. Damals hatten wir keine Schriftzeichen. Aber die kasachische Kultur konnte sich durch diese Kunstform erhalten."

Als Kazim noch klein war, konnte er wegen der schlechten Bildungsbedingungen die Schule nur für drei Monate besuchen. Trotzdem hielt dies Kazim nicht davon ab, Dastan zu lernen. Wenn er andere Leute Dastan singen hörte, konnte er sofort die Melodie und Liedtexte auswendig behalten. Außerdem komponierte er auch sehr oft selbst aus Geschichten seines Alltagslebens Dastan-Stücke. Allmählich wurde Kazim berühmter in seiner Heimat. Jedes Mal, wenn in seinem Dorf oder den Nachbardörfern etwas los war, wurde er eingeladen, Dastan vorzuführen.


Kazim Alman mit CRI-Jounalistin beim Interview 

"Manchmal soll ich für eine Woche oder sogar einen halben Monat Dastan vorführen, zum Beispiel für eine Hochzeit, Beschneidung oder Taufe, und unsere Feste. 1956 wurde eine Veranstaltung im Gebiet Altay abgehalten, damals habe ich einen ganzen Tag und noch bis zum nächsten Morgen gesungen. Wenn ich jetzt anfange, Dastan zu singen, kann ich bis morgen durchhalten."

In den Siedlungen der kasachischen Nationalität hat sich Dastan sehr schnell verbreitet. Die Zahl der bis heute erhaltenen Dastan-Stücke beträgt über 200. Aber es gibt kaum jemanden, der sie alle singen kann. Was Kazim heute sehr bedauert, ist, dass es sehr wenige kasachische Jugendliche gibt, die Dastan singen können.

"Ich mache mir große Sorge darum, dass die Kunstform Dastan ausstirbt. Heute singen die Jugendlichen viel eher Pop-Musik. Niemand interessiert sich für Dastan. Das ist wirklich sehr schade."

Im Jahr 2008 wurde der kasachische Volkssprechgesang Dastan in die zweite Liste des staatlichen immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Kazim wurde gleichzeitig auch zum Nachfolger dieser Kunstform ernannt. Um diese alte Kunstform zu erhalten, hat die Lokalregierung eine spezielle Behörde für den Schutz der Dastan-Künstler gegründet. Die 104 Dastan-Stücke, die Kazim singen kann, sind von ihnen aufgenommen und dokumentiert worden. Außerdem hat die Regierung eine spezielle Basis und Schule errichtet, damit Kazim die jungen Schüler unterrichten kann.

Dazu He Yan, die Direktorin der Kulturgalerie der Kreisstadt Fuhai:

"Kazim ist schon 77 Jahre alt. Nach ihm gibt es bislang noch keinen Nachfolger. Daher machen wir uns Gedanken darum, wie wir den Gesang in Zukunft bewahren können. Mittlerweile haben wir eine Lehrbasis in der Schule hier errichtet. In der Schule können die Schüler wöchentlich in einer Lehrstunde den Sprechgesang lernen. Auf diese Weise wird die alte kasachische Kunstform weiter geschützt und erhalten."

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